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Produktqualität

Vom Kundenwunsch zur Innovation

Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, mit Karsten Schmitz zu sprechen, bemerkt schnell, dass er mit großer Leidenschaft bei der Sache ist. Der Geschäftsführer der deutschen Sormac-Niederlassung ist routiniert darin, selbst komplexe technische Zusammenhänge

verständlich zu erklären und dabei die Anforderungen der Anwender nie aus dem Blick zu verlieren. Im Interview mit dem Fruchthandel Magazin spricht er über die Rundlaufstanze FS-3600 MultiSystem und erläutert, warum die intelligente Schalenbefüllung sowie das Cupband zu den wichtigsten Neuerungen der Maschine zählen und welchen Mehrwert sie den Anwendern im Betriebsalltag bieten.

Vom Kundenwunsch zur Innovation

Karsten Schmitz
Geschäftsführung / Vertrieb

min Lesezeit

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Im Gespräch

Karsten Schmitz, Geschäftsführer der deutschen Sormac-Niederlassung.
Dieser Artikel wurde von Nadine Schotten im Auftrag von Fruchthandel verfasst. Er erschien in Fruchthandel, Ausgabe Fresh Convenience, Heft 15-2026.

Herr Schmitz, wenn Sie einem Kunden aus dem Fresh-Cut-Bereich die Rundlaufstanze FS-3600 MultiSystem in wenigen Sätzen erklären müssten: Was macht die Maschine aus und wie funktioniert sie?

Karsten Schmitz: Die Maschine zeichnet sich in mehreren Punkten aus. Sie ist sehr vielseitig, hat eine hohe Leistung, eine sehr gute Schnittqualität und lässt sich einfach bedienen. Was unsere Kunden außerdem schätzen, ist der schnelle Werkzeugwechsel. Wenn man von einem Schnitt auf einen anderen wechseln möchte, geht das innerhalb weniger Minuten. Im Prinzip legt der Mitarbeiter das Produkt auf und die Maschine schneidet es anschließend in die gewünschte Form.

Für welche Produkte eignet sich die Maschine besonders?

Entwickelt wurde sie ursprünglich für Tomaten. Das ist bis heute das wichtigste Einsatzgebiet. Inzwischen schneiden unsere Kunden aber auch Paprika, Zitronen, Orangen, Auberginen, Zwiebeln oder Zucchini damit. Viele Verarbeiter möchten heute keine Maschine mehr, die nur eine einzige Aufgabe erfüllt. Sie sagen: morgens schneide ich Tomaten, nachmittags vielleicht Paprika oder Zitronen. Genau dafür haben wir eine große Auswahl an Schnittsätzen entwickelt.

Die FS-3600 erreicht Leistungen von bis zu 4.000 Produkten pro Stunde. Was bedeutet das in der Praxis?

Da muss man ein bisschen aufpassen. Die Maschine hat eine Taktung von rund 2.000 Takten pro Stunde. Wenn zwei Produkte gleichzeitig aufgelegt werden können, kommt man auf bis zu 4.000 Produkte pro Stunde. Das hängt aber immer von der Anwendung ab. Bei längeren Produkten wie Zucchini wird beispielsweise nur ein Produkt aufgelegt. Das Gute ist: Der Anwender kann die Geschwindigkeit an das Produkt und auch an die Mitarbeiter anpassen.

Was genau passiert bei der automatischen Schalenbefüllung und wie funktioniert die Stückzahlerfassung in der Praxis?

Der Anwender legt zunächst fest, welches Produkt geschnitten wird und wie viele Stücke später in einer Schale sein sollen. Dank des Zusammenspiels von Sensoren und Software wird jedes geschnittene Produkt, das in die Schale fällt, gezählt. Das System prüft ständig, wie viele Produkte tatsächlich in der Schale ankommen und sorgt dafür, dass die richtige Anzahl eingefüllt wird.

Welchen Vorteil bringt das für die Anwender?

Vor allem, dass die Prozesse sehr zuverlässig sind. Es kann immer mal passieren, dass ein Mitarbeiter statt zwei Produkte nur eines auflegt. Unsere Software erkennt solche Situationen und kann das ausgleichen. Am Ende stimmt die Stückzahl in der Schale also trotzdem. Das gibt den Betrieben Sicherheit und sorgt für gleichbleibende Ergebnisse.

Welche Kunden nutzen diese Funktion vor allem?

Das sind hauptsächlich Gemüse-Verarbeiter oder Unternehmen, die beispielsweise Sandwiches herstellen. Dort werden geschnittene Tomaten oder Gurken direkt weiterverarbeitet. Für solche Anwendungen ist es wichtig, dass immer die richtige Menge bereitsteht.

Unter dem Begriff Cupband können sich viele Leser vermutlich wenig vorstellen. Was verbirgt sich dahinter?

Die Lösung wird hauptsächlich beim Schneiden von Tomaten in Scheiben eingesetzt. Normalerweise fallen die Scheiben nach dem Schneiden auf ein Transportband. Im Idealfall liegen sie schön gefächert nebeneinander. Aber wann hat man schon den Idealfall? Es kommt immer wieder vor, dass die Scheiben nicht gleichmäßig in einer Reihe liegen. Dann müssen die Mitarbeiter die Scheiben aufnehmen und in die Verpackung einsetzen. Beim Cupband fallen die Scheiben direkt in spezielle Aufnahmen, also Auffangbehälter. Dadurch bleiben die Scheiben einer Tomate zusammen und können als Paket entnommen werden.

Welchen Vorteil bringt das im Produktionsalltag?

Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter immer alle Scheiben einer Tomate direkt zusammen haben. Sie können das Paket einfach greifen und in die Verpackung setzen. Das macht die Arbeit deutlich einfacher und ist ein echter Mehrwert. Je nach Anwendung spart das auch Personal oder ermöglicht höhere Liniengeschwindigkeiten.

Wie kommen Sie auf solche Ideen?

Eigentlich durch unsere Kunden. In diesem speziellen Fall kam die Anfrage von einem niederländischen Kunden. Der wollte erreichen, dass geschnittene Produkte zusammenbleiben und nicht lose auf einem Band liegen. Wir haben dafür eine Lösung entwickelt und schnell gemerkt: Das können wir auch hervorragend für Tomaten einsetzen. Auf diese Weise entstehen viele Entwicklungen. Die Kunden kommen mit einer Herausforderung auf uns zu und daraus entwickeln sich dann Lösungen, die später auch für andere Anwender interessant werden.

Welche Rolle spielt die HMI-Steuerung (Human-Machine-Interface) bei der FS-3600?

Eine sehr wichtige. Wir haben großen Wert daraufgelegt, dass die Steuerung möglichst intuitiv ist. Deshalb arbeiten wir bewusst mit Symbolen und nicht mit langen Texten. Jeder erkennt eine Tomate, jeder erkennt einen Schnitt und weiß sofort, was gemeint ist. Außerdem haben wir animierte Fehlermeldungen integriert. Wenn irgendwo ein Problem auftritt, zeigt die Maschine direkt die betroffene Stelle an. Das halten wir für sehr wichtig.

Die FS-3600 liefert Produktionsdaten in Echtzeit. Wie profitieren die Anwender davon?

Durch die Sensoren wissen wir jederzeit, wie viele Produkte tatsächlich geschnitten wurden. Der Mitarbeiter sieht zum Beispiel, wie weit ein Auftrag fortgeschritten ist. Gleichzeitig kann der Betrieb sehen, welche Leistung tatsächlich erreicht wird. Dabei geht es nicht darum, jemanden unter Druck zu setzen. Es geht darum zu verstehen, wie Prozesse laufen und wo man sie verbessern kann.

Viele Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten und Personalmangel. Welche Rolle spielt Automatisierung heute bei strategischen Unternehmensentscheidungen?

Automatisierung wird immer wichtiger. Das Ziel ist es, mit dem gleichen Personaleinsatz mehr Leistung zu erzielen, Prozesse einfacher zu gestalten und damit auch wettbewerbsfähiger zu werden. Funktionen wie die automatische Schalenbefüllung oder das Cupband helfen genau dabei. Sie entlasten die Mitarbeiter und steigern gleichzeitig die Produktivität. Der Trend geht klar in Richtung smarter und stärker automatisierter Prozesse.

Sie stehen seit vielen Jahren im Austausch mit Verarbeitern. Welche Rückmeldungen freuen Sie persönlich am meisten?

Die schönste Rückmeldung für mich ist, wenn ein Kunde wiederkommt und die nächste Maschine bei uns kauft. Ich mache das Geschäft seit 26 Jahren. Es gibt Kunden, denen ich vor 26 Jahren Maschinen verkauft habe und die heute noch bei uns bestellen. Das zeigt mir, dass wir wohl vieles richtig machen – technisch, aber auch im Umgang mit unseren Kunden. Wir hören ihnen zu, entwickeln uns weiter und versuchen immer gemeinsam Lösungen zu finden.

Am Ende zählt nicht nur, was eine Maschine verspricht, sondern wie sie sich im Produktionsalltag bewährt. Zwei Anwender berichten, welche Erfahrungen sie mit der FS-3600 gemacht haben.

Früchte Boquoi

Seit Anfang des Jahres setzt Früchte Boquoi die FS-3600 von Sormac für das Schneiden von Tomaten ein. Dabei kommt das speziell für diese Anwendung entwickelte Cupband zum Einsatz, das die geschnittenen Tomatenscheiben einer Tomate direkt in einzelne Aufnahmen ablegt. „Wir schneiden hauptsächlich Tomaten in Scheiben. Sormac hat uns hierfür ein speziell entwickeltes Cupband angeboten. Die Scheiben fallen direkt in die Aufnahmen und können dadurch einfach und schnell verpackt werden. Genau dieses Cupband macht für uns den Unterschied, da die Scheiben sonst lose auf einem Band liegen und deutlich schwieriger zu handhaben sind“, erklärt Inhaber Hamza Kerenciler. Neben dem innovativen Cupband überzeugt die FS-3600 nach Angaben des Unternehmens vor allem durch ihre hohe Leistung und die ausgezeichnete Schnittqualität.

Adam Theis GmbH

Die Adam Theis GmbH setzt seit 2022 eine FS-3600 von Sormac ein. Die Rundlaufstanze wird täglich für unterschiedliche Schneidanwendungen eingesetzt. Besonders schätzt das Unternehmen die Zuverlässigkeit der Maschine. Trotz des täglichen Einsatzes läuft die FS-3600 seit mittlerweile vier Jahren ohne nennenswerte Probleme. „Neben der hervorragenden Schnittqualität und der hohen Geschwindigkeit überzeugt uns vor allem die Zuverlässigkeit der Maschine. Die FS-3600 läuft seit Jahren ohne Probleme und macht jeden Tag zuverlässig ihren Job. Genau das erwarten wir von einer Produktionsmaschine“, sagt Produktionsleiter Thomas Ehlert von Adam Theis.